„Wunderdinge sind kurzfristig nicht zu erwarten, wichtig ist zunächst einmal, dass wir wieder Ruhe in die Mannschaft bekommen!“ Spartenleiter und Interims-Coach Ingo Schmeisser legte die Messlatte für sein neuformiertes Team nach der Entlassung seines Vorgängers vor der Auswärtspartie im Wunstorfer Ortsteil bewusst niedrig.
Wie nicht anders zu erwarten, verabschiedete sich gleichzeitig mehr als die Hälfte des alten Spielerkaders, der sich bekanntlich überwiegend aus türkischen Aktiven zusammengesetzt hatte. Es stand alsobeim Anpfiff im wahrsten Sinne des Wortes das allerletzte Aufgebot auf dem Rasen, darunter die vier A-Jugendlichen Dominik Jung, Jeffrey Stock, Christian Grube und André Meyer.
Um es vorweg zu nehmen, die Not-Elf schlug sich wacker, wenngleich sich diese Feststellung zum Schluss nicht im Ergebnis widerspiegelte. Die frühe Führung der Platzherren durch Nils Kneifel bereits nach fünf Minuten ließ Böses erahnen, doch die Schwarz-Gelben hielten in der Folgezeit die Begegnung jederzeit offen. Torchancen blieben allerdings auf beiden Seiten gegen dominierende Abwehrreihen eher Mangelware. Als Aktivposten konnten sich dabei mit sicherem Stellungsspiel Tobias Sauermilch und der beherzt eingreifende Youngster Jeffrey Stock auszeichnen. Es bedurfte schon der unfreiwilligen Unterstützung Spartas, um dem TSV den Ausbau der Führung zu ermöglichen. Einen Fehlpass am eigenen Strafraum bestrafte erneut Kneifel zum 2:0 Pausenstand (36. Minute).
„Ich wollte Vollspann verwandeln“, Alexander Steinpreis trauerte auch noch am Spielschluss seiner vergebenen Riesenchance unmittelbar nach Wiederanpfiff nach. Wer weiß, welchen Ausgang diese Partie genommen hätte, wenn bereits zu diesem Zeitpunkt der Anschlusstreffer geglückt wäre, den wenig später in der 52. Minute der wendige Arda Evrem erzielte. Mit flottem Flügelspiel setzte die Silbersee-Elf nun zwar die Akzente in dieser Begegnung, einzig mit dem Tore-Schießen haperte es. Glück für die Hausherren in der 60. Minute, dass der von den Spartanern vehement geforderte Elfmeter-Pfiff nach einem überharten Einsteigen gegen Evrem am Fünfmeter-Raum ausblieb. Aufwand und Ertrag standen vollends nicht mehr im richtigen Verhältnis, als Benjamin Hartmann für Kolenfeld gar auf 3:1 erhöhte (84.Minute). Nur noch statistischen Wert hatten die abschließenden Treffer der beiden TSV-Stürmer in den Schlussminuten.
Bevor es in die Winterpause geht, steht den Spartanern noch eine schier unlösbare Aufgabe bevor. Der Tabellenführer MTV Mellendorf ist am Sonntag um 14.00 Uhr auf dem Sportplatz am Silbersee zu Gast.
Aufstellung: Dominik Jung; Frederick Krell, Jeffrey Stock, Tobias Sauermilch, Ufuk Sahin, Andreas Schneider (ab 46. Min. Mutlu Tekin), Christian Grube (ab 78.Min. André Meyer), Arda Evrem, Dietmar Modjesch (ab 72.Min. Tayfun Ciytak), Matthias Pollmann, Alexander Steinpreis.
DJK Sparta I - SC Garbsen 1:7 (0:4)
Geschrieben von Heinrich Gerson
Montag, 28. November 2011
Talfahrt setzt sich fort.
Sparta und Coach Bornträger trennen sich.
Wenn es noch eines Nachweises bedurfte, wie es derzeit um das Leistungsvermögen und Selbstvertrauen der Silbersee-Elf bestellt ist, dann wurde dieser in der Heimbegegnung mit dem Tabellenelften aus Garbsen endgültig erbracht. Konzept- und kraftlos sowie völlig verunsichert stolperte die Mannschaft in eine geradezu historische Heimschlappe. Sieben Gegentore auf eigenem Platz in einem Punktspiel stellen jedenfalls in den Annalen der 1.Herrenmannschaft ein absolutes Novum dar. Die Reaktion von Spartas Verantwortlichen auf dieses Desaster ließ dann auch nicht lange auf sich warten: Unmittelbar nach Spielschluss verkündete Spartenleiter Ingo Schmeisser die Trennung vom bisherigen Trainer Klaus Bornträger. Da auch einige Spieler Abwanderungsgedanken hegen, steht man nun kurz vor der Winterpause vor einer ungewissen Zukunft. „In Anbetracht vieler Vorkommnisse und Disziplinlosigkeiten, die das Ansehen des Vereins über die Bezirksgrenzen hinaus beschädigt haben, wollen wir uns neu aufstellen“, so Schmeissers Kommentar. Er wird die Mannschaft interimsmäßig selbst bis zur Verpflichtung eines Nachfolgers betreuen und setzt dabei besonders darauf, die zuletzt völlig unbefriedigende Trainingsbeteiligung zu reaktivieren.
Dass es gilt, in dieser Hinsichteiniges aufzuholen, wurde in der Partie gegen Garbsen nur all zudeutlich. Neben spielerischen Defiziten haperte es an Lauf- und Einsatzbereitschaft, sicherlich auch Folge fehlender konditioneller Voraussetzungen. Hinzu kamen Abstimmungsprobleme nicht nur in der Defensivabteilung, die den Gästen nahezu ungehinderten Zugang in Spartas Strafraum ermöglichten. Bislang eilte den SC-Angreifern nicht unbedingt der Ruf hoher Torgefährlichkeit voraus, Einladungen wie sie die Schwarz-Gelben präsentierten, konnte man jedoch nicht auslassen. Dennis Niespodziany machte nach zehn Minuten den Anfang und binnen weiterer acht Minuten erhöhte Kai Wendelken auf 0:3. Bei Niespodzianys zweitem Treffer (39.Min.) wähnte man den Schützen leicht im Abseits, aber selbst in der Bundesliga verlieren die Unparteiischen manchmal den Durchblick. Dem hatten die Hausherren lediglich einen Lattenschuss von Ali Gürek entgegen zu setzen. Garbsens 42-jähriger Spielertrainer Matthias Doppke verlebte als Abwehr-Chef einen geruhsamen Nachmittag.
Nur vierzig Sekunden währte nach Wiederanpfiff die Hoffnung der Spartaner, vielleicht doch noch eine Wende herbeiführen zu können. Soeben hatte Arda Evrem das 1:4 markiert, als im Gegenzug Wendelken den bedauernswerten Issam Hjoula erneut überwand (46:Minute). Den Torhunger ebbte danach ab und erst als es dem Ende zuging, schlugen Vahidin Mehmedovic und Bastian Schreiber für Garbsen nochmals zu. Ali Güreksah zuvor wegen Foulspiels die Rote Karte und Evrem scheiterte mit einem Elfmeter.
Mit gemischten Gefühlen fährt Sparta am Sonntag nach Kolenfeld. Bereits das Heimspiel wurde gegen den Tabellensechsten mit 2:4 verloren. Beginn 14.00 Uhr.
Aufstellung: Issam Hjoula; Korkmaz Gürek (46. Min. Marcel Damerius), Selami Karagülle, Frederick Krell, Murat Temin (ab 38. Min. Arda Evrem), Ali Gürek, Sükrü Temin, Dietmar Modjesch,Tayfun Samast (59.Min. Kevin Czerwinski), Tayfun Ciytak, Alexander Steinpreis.
TSV Horst I – DJK Sparta I 5:1 (3:1)
Geschrieben von Heinrich Gerson
Montag, 21. November 2011
Vorentscheidung bereits nach sechs Minuten.
Sparta in Horst ohne Chance.
Es wäre wohl aus der Sicht Spartas vermessen gewesen, beim derzeitigen Tabellenzweiten einen Überraschungscoup zu erwarten, dennoch fuhr man zum Rückrunden-Auftakt nicht ganz ohne Hoffnung in den Garbsener Ortsteil. Wie in einem schlechten Film müssen sich die Schwarz-Gelben dann jedoch wenige Minuten nach Spielbeginn vorgekommen sein, denn bevor sie überhaupt richtig auf dem Platz standen,hatten die Hausherren bereits zweimal durch Christian Schmidt (4.Min.) und Dennis Rettberg (6.Min.) vorgelegt. Alle guten Vorsätze waren somit frühzeitig dahin und allgemeine Verunsicherung machte sich breit. Keine Spur von mannschaftlicher Geschlossenheit und erkennbarem Aufbäumen, dieser Partie vielleicht doch noch eine Wende zu geben. Zeit genug dazu wäre zweifellos vorhanden gewesen. Durch die Unstimmigkeiten in den Reihen der Spartaner blieb Horst indes weiterhin am Drücker. Es bedurfte schon einer gehörigen Portion Glück und des mehrfach gut reagierenden Keepers Issam Hjoula, um nicht weiteres Unheil hinnehmen zu müssen. Der Freistoß zum 3:0, erneut von Rettberg durch eine schlecht postierte Mauer erzielt, spiegelte nach knapp einer halben Stunde den Spielverlauf mehr als angemessen wider. Als Spezialist des ruhenden Balles zeigte sich auch Ali Gürek auf der Gegenseite, indem er aus gut 20 Metern genau in den oberen Torwinkel zum schmeichelhaften Pausenstand verkürzte.
Vorübergehend registrierte man nach dem Seitenwechsel eine leichte Besserung in Spartas Spiel, was sich allerdings schnell als Strohfeuer entpuppte. In puncto Laufbereitschaft und Ballsicherheit war der Tabellenzweite an diesem Tag eindeutig überlegen – nur mit dem Verwerten der Torchancen haperte es weiterhin. So hielt sich das Ergebnis für die nur noch um Schadensbegrenzung bemühte Silbersee-Elf bis eine Viertelstunde vor Schluss in erträglichen Grenzen. Dann allerdings trafen erneut Schmidt (76.) sowie Rettberg (84. Min.) mit seinem dritten Treffer und sorgten für ein auch in dieser Höhe verdientes Endresultat.
Fazit: Die Mannschaft ist deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und hat über weite Strecken Einstellung und Teamgeist vermissen lassen!
Mit dem SC Garbsen erwarten die Spartaner im ersten Heimspiel der Rückrunde am Sonntag um 14.00 Uhr auf dem Sportplatz am Silbersee einen bekanntermaßen unangenehmen Gegner. Soll die Wiederholung des 4:2-Auswärtserfolgs gelingen, muss die Mannschaft wieder als Einheit auftreten.
Aufstellung: Issam Hjoula; Korkmaz Gürek, Selami Karagülle, Frederick Krell, Igor Pavlovic, Marcel Damerius (ab 33. Min. Arda Evrem), Ali Gürek, Sükrü Temin (61. Min. Kevin Czerwinski), Dietmar Modjesch, Murat Temin (ab 54. Min. Matthias Pollmann), Tayfun Samast.